Niedrige Kapitalmarktzinsen: Attraktivität alternativer Geldanlagen steigt

26. Mai 2015 | Altersvorsorge

Anleger haben es derzeit nicht leicht. Seit Jahren sorgt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank EZB dafür, dass Geld günstig zu haben ist und Kapitalanlagen ebenso niedrig verzinst werden.

Suche nach alternativen Anlageformen

geldanlage-muenzen-goldmark © Fotolia.com

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Sparer erhalten durch eine Zinsbindung bei einigen Finanzprodukten zwar etwas bessere Konditionen, viel mehr als ein Inflationsausgleich ist allerdings nicht zu erwarten. Finanzfachleute gehen sogar davon aus, dass das Zinstief noch nicht erreicht externer Link sein könnte. Die Suche nach alternativen Anlageformen erscheint nur folgerichtig.

Krisenanlage Gold

Eine Frage des Aufschlags: Das Image alternativer Anlagen ist nicht nur positiv. Vor allem Laien im Finanzsektor mögen zunächst komplexe Finanzprodukte und Hedgefonds im Sinn haben, deren Risiken selbst Finanzfachleute kaum überschauen können. "Alternativ" meint hierbei aber lediglich, dass es sich nicht um konventionelle Anleihen oder Aktien handelt – hier bestehen aktuell auch immer noch Berührungsängste. Als Klassiker ist hierbei Gold zu nennen, welches sich in der Vergangenheit als krisenfest bewährt hat.

100 Gold-Euro Gedenkmünze Währungsunion - Einführung des Euro

100 Gold-Euro Währungsunion

Soll das Edelmetall als Geldanlage dienen, muss noch über die Form entschieden werden. Investiert werden kann in der Regel in Barren oder Goldmünzen, wobei Erstere zumeist attraktiver sind. Der Grund liegt in den geringeren Aufschlägen, die beim Kauf gezahlt werden müssen. Wer einen Aufschlag von beispielsweise zehn Prozent zahlt, muss erst eine Wertsteigerung des Goldes um jene zehn Prozent abwarten, ehe eine Rendite erwirtschaftet wird. Dieser Aufschlag fällt umso größer aus, je kleiner die Stückelung des Goldes gewählt wird.

Sammlermünzen steigern Wert aufgrund der Nachfrage

Das soll aber keinesfalls bedeuten, dass Münzen nicht empfehlenswert sind. Über den aktuellen Wert von Goldmünzen kann man sich vorab online zum Beispiel bei MDM Deutsche Münze informieren. Neben den bereits genannten Anlage- und Goldmünzen, die sich auf den Wert des Edelmetalls reduzieren lassen, gibt es auch Sammlermünzen.

Ihr Wert liegt in der Regel deutlich über jenem des verwendeten Materials. Die Wertentwicklung ist dabei an die Nachfrage durch Münzsammler gekoppelt, die es vor allem auf Gedenkmünzen abgesehen haben. Dadurch wird die Anlage nicht automatisch lukrativ, die möglichen Renditen werden dann aber nicht mehr durch das Zinsniveau am Kapitalmarkt beeinflusst.

Gedenkmünze 100. Geburtstag Hamburger Elbtunnel 2011

Gedenkmünze Hamburger Elbtunnel

Ähnliches gilt ebenso für Kunstgegenstände oder Oldtimer: Hier können Fachleute beratend zur Seite stehen und Empfehlungen für derzeit unterbewertete Objekte oder Fahrzeuge aussprechen. Klar ist aber auch, dass hierbei vor allem die langfristige Anlage ins Auge gefasst werden sollte.

Investieren in Biomasse

Noch unkonventioneller erscheint eine Kapitalanlage, die derzeit rund zehn Prozent Rendite verspricht: Die starke Nachfrage nach Nutholz, derzeit ausgelöst durch den Bauboom in den USA, verschafft satte Gewinne. Gleiches gilt für Edelholz. Wie auch bei Sammlermünzen unterliegt die Wertentwicklung anderen Gesetzen als der allgemeinen Zinsentwicklung. Dabei können Anleger sogar noch etwas für die Umwelt tun, indem sie ihre Anlage auf nachhaltig wirtschaftende Unternehmen beschränken. Wie die Entscheidung auch ausfallen mag – eine höhere Rendite als bei Festgeld und Co. erscheint in jedem Fall realistisch. (S.N.)