Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler sinnvoll?

2. Aug 2021 | Familie & Freizeit

Wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen für längere Zeit nicht ausführen kann, ist auf die Absicherung einer Berufsunfähigkeitsversicherung angewiesen. Bei jungen, gesunden Schülern wirkt ein solches Szenario realitätsfern, aber gerade in körperlich und geistig anstrengenden Berufen können frühe Beeinträchtigungen schwerwiegende Folgen für die Zukunft des Betroffenen haben.

Schließen Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung noch vor Beginn der Ausbildung ab, gewähren Ihnen die Versicherungsgesellschaften die günstigsten Konditionen, weil Sie als Schüler mit einem entsprechend niedrigen Risiko einer Berufsunfähigkeit eingruppiert werden. Hat die Ausbildung aber einmal begonnen, erfolgt die Einstufung in eine bestimmte Berufsgruppe (z.B. Maurer, Dachdecker), welche wesentlich riskanter im Vergleich zum Schüler ist. Das Ergebnis: Höhere Prämien.

Ein weiteres Argument für den frühen Abschluss: Je länger Sie warten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Vorerkrankung des Kindes. Letztere erschwert bzw. verteuert die Entscheidung für eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung. Vorteilhaft sind zudem die kürzeren Fristen für Anfechtung, Rücktritt und Kündigung seitens des Versicherers, je jünger die versicherte Person ist. Kurzum: Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler ist sinnvoll.

Warum ermöglicht der frühe Einstieg günstige Konditionen?

Bei der Antragstellung überprüfen die Versicherungsgesellschaften exakt, welche Risiken ein potentieller Kunde birgt. Alter, Gesundheitszustand und Hobbys, im Falle des Schülers aber auch die Schulform spielen dabei eine tragende Rolle. Während das Alter garantiert ansteigt und Jahr für Jahr mit einer höheren Prämie einhergeht, werden Krankheiten mit verstreichender Zeit wahrscheinlicher. Im Falle eines 12- bis 14-jährigen Schülers sind die Bedingungen unter allen Gesichtspunkten optimal und die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung niedrig. Zwar zahlt man auf diese Weise mehr Jahre bis zum Renteneintritt in die Versicherung, profitiert aber während des gesamten Zeitraums von günstigeren Konditionen, weil die frühe Eingruppierung als Schüler erfolgte. Unterm Strich heißt das: Mehr versicherte Jahre, geringere Gesamtkosten.

Welche Kriterien müssen Eltern bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler beachten?

Achten Sie beim Abschluss unbedingt auf das Fehlen einer Nachmeldepflicht. Um Ihre Beiträge erhöhen zu können, verlangen viele Anbieter im Falle der ersten Ausbildungs- oder Berufsaufnahme eine Nachmeldung wegen des gestiegenen Risikos. Das muss nicht sein. Gute Tarife inkludieren eine sogenannte Nachversicherung, die eine schrittweise Erhöhung der versicherten Rente ohne eine Anhebung der Beiträge ermöglicht. Heißt konkret: Schüler können bei Ausbildungs-, Studien- oder Arbeitsbeginn eine neue Berufsgruppeneinstufung erhalten und zahlen keine höheren Prämien. Wichtig ist, dass die Gesellschaft im Rahmen der Nachversicherung komplett auf eine erneute Gesundheitsprüfung verzichtet, wenn sich die Lebensumstände des Versicherten wandeln. Die Risikoprüfung ist von der sogenannten Gesundheitsprüfung zu unterschieden, die oftmals gefordert wird. Hier fragt der Anbieter beispielsweise nach dem neuen Beruf. Davon zu unterscheiden sind Nachversicherungsgarantien, die eine ereignisabhängige oder ereignisunabhängige Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente ermöglichen.

Handwerker vs. Akademiker: Welche Unterschiede gibt es?

Ihre größte Bedeutung besitzt die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Schülern, die nach Schulabschluss einen sogenannten Risikoberuf (Handwerker, Bauarbeiter, Pfleger etc.) einschlagen möchten oder die entsprechende Ausbildung anvisieren. Das Problem: Während die Gesellschaften früher nur zwischen körperlichen und nicht körperlichen Tätigkeiten unterschieden, existieren heutzutage über zehn verschiedene Einstufungen. Das kommt risikoarmen Akademiker-Berufen in Form extrem günstiger Eingruppierungen und entsprechend niedriger Beiträge zugute, belastet aber die Risikoberufe. Letztere können nur als Schüler eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu fairen Konditionen abschließen; der spätere Eintritt ist oftmals unbezahlbar. Handeln Eltern rechtzeitig, besteht also ein gewaltiges Einsparpotenzial.

Übrigens: Strebt der Jugendliche ein Studium an, kann die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler in bestimmten Fällen ebenfalls sinnvoll sein. Das gilt beispielsweise für Sport- und Lehramtsstudenten, die körperlichen bzw. psychischen Berufsrisiken ausgesetzt sind. Da sich der  Berufswunsch bzw. die Studienrichtung auch während der Ausbildungszeit bzw. des Studiums ändern können, sind flexible Tarife für Jugendliche besser. Beispielsweise ermöglichen wenige Tarife außerdem den Wechsel in eine Dienstunfähigkeitsversicherung (z.B. Polizeianwärter, Polizeianwärterinnen).

Beiträge: Risikoberufe vs. Bürojob

Ob sich die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler lohnt, hängt stark vom späteren Ausbildungsberuf ab. Möchte der Jugendliche Elektriker, Dachdecker oder Tiefbauarbeiter o.ä. werden, lohnt sich der frühe Abschluss  mit Schülerstatus, weil sonst nach Beginn der Ausbildung eine ungünstige Eingruppierung erfolgt und hohe monatliche Prämien anfallen. Ist hingegen z.B. eine risikoarme Bürotätigkeit anvisiert, ist die jeweilige Produktflexibilität entscheidend. Wechselt der Jugendliche von der Berufsgruppe: Schüler in eine günstigere Berufsgruppe, ermöglichen gute Tarife den Wechsel in die bessere Berufsgruppe. Der Versicherungsnehmer muss die Prüfung, ob ein Wechsel der Berufsgruppe zu reduzierenden Beiträgen führt, in der Regel in Textform beantragen.

Ende der Schulzeit: Weitere Versicherungen

Die Schulzeit Ihres Kindes neigt sich dem Ende zu? Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie folgende Policen betrachten:

  • Privathaftpflicht Unverzichtbarer Schutz, der junge Menschen davor bewahrt, mit ihrem gesamten zukünftigen Vermögen für verursachte Schäden zu haften. In der Regel sind Schüler und junge Erwachsene bis zum 25. Lebensjahr in der Haftpflichtversicherung ihrer Eltern inkludiert.
  • KFZ-Versicherung Ist der Wert des ersten Fahrzeugs gering, reicht eine simple Haftpflicht häufig aus. Im Falle wertvollerer Autos ist der Abschluss einer Teil- oder Vollkasko zu empfehlen.
  • Hausratversicherung Für die erste eigene Wohnung meist kein Muss. Auswärts wohnende Studenten sind oftmals über die Eltern mitversichert, was allerdings stark vom jeweiligen Tarif abhängt. Fragen Sie Ihre Versicherung, wenn Unsicherheit besteht.

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