Zecken entfernen – So macht man es richtig

16. Apr 2014 | Familie & Freizeit

Die Spinnentiere mit dem Namen Zecken sind nur wenige Millimeter klein, können aber großen Schaden anrichten. Durch das Vollsaugen mit Blut wird das Tier erheblich größer, ist aber dennoch nicht unbedingt zu sehen. Sie sind nicht nur lästige Blutsauger, sondern können auch Krankheitserreger auf den Menschen oder Tiere übertragen.

zeckenbiss-holzbock-oberhavel © Fotolia.com

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Zecken sind Überträger der nur in bestimmten Gebieten (Endemiegebieten) vorkommenden Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME, Viruserkrankung) und der etwa 100-fach häufigeren und in allen gemäßigten Klimazonen auftretenden Borreliose (bakterielle Erkrankung). Beim Auftreten einer ringförmigen Rötung um den Zeckenbiss, die immer größer wird, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Zeckenentfernung – Schnell handeln

Kommt es zum Zeckenstich, sollten Sie schnell handeln. Denn Borrelien werden überwiegend erst 12 bis 24 Stunden nach dem Zeckenstich übertragen. Eine frühzeitige Entfernung minimiert also das Risiko einer Infektion (leider gilt dies nicht für FSME). Mit einer Zeckenkarte oder einer Zeckenzange können Sie die Zecke aus der Haut ziehen. Bitte drehen Sie die Zecke dabei nicht, verwenden Sie kein Öl und keine brennenden Zigaretten. Achten Sie lediglich darauf, dass keine Rückstände (z.B. Kopf der Zecke) in der Haut verbleiben.

Um das Gesundheitsrisiko für den Menschen zu senken, müssen die Zecken schnellstens richtig entfernt werden. Doch genau das ist das Problem, weil man sie oft erst sehr spät bemerkt. Spezielle Zeckenentferner wie Zangen oder Haken sind dafür geeignet. Auch sogenannte Zeckenkarten sind eine gute Möglichkeit, weil man bei der Entfernung vermeiden sollte, das Tier zu zerquetschen.

Die Zeckenkarte
Die Zeckenkarten sind ein stabiles, flaches Stück Plastik, welches einen Schlitz aufweist. Man schiebt sie zwischen Haut und Zecke und kann durch das Andrücken der Karte an die Haut die Zecke lösen.

Was tun, wenn sich eine Zecke festgesetzt hat?

Zecke hat sich festgesetzt © Fotolia.com

Zecke hat sich festgesetzt © Fotolia.com

Das Entfernen einer Zecke will gelernt sein. Verzichten sollte man auf die Verwendung von Benzin oder Nagellackentferner, da dies die Ausbreitung von Krankheitserregern eher begünstigt. Auch sollte man das Tier nicht quetschen oder mit einem kräftigen Ruck entfernen, weil das Tier in diesen Fällen gefährliche Flüssigkeiten in den Körper des Menschen absondert. Die goldene Regel lautet stattdessen: hautnah, langsam und kontrolliert die Zecke entfernen! Eine Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte kann das behutsame Herausziehen erleichtern.

Bleibt ein Rest der Zecke stecken, keine Panik: hierbei handelt es sich meist um Teile des Stechapparates. Der Fremdkörper wird meist selbst vom Körper abgestoßen und stellt kein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar, weil die gefährlichsten Flüssigkeiten im Darm des Tieres sind. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Einstichstelle schmerzt, die Rötung sich ausbreitet oder sogar Fieber auftritt. Nach dem Entfernen empfiehlt sich die Desinfektion der Stelle mit Alkohol.

Wichtig ist zudem, dass die Zecke schnell entfernt wird. Je länger sich das Tier festsaugen kann, desto höher ist die Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern. Im Schnitt vergehen 12-24 Stunden, bis es zu einer Borreliose-Infektion kommt. Wer nach einem Zeckenbefall krank wird oder sich unwohl fühlt, sollte den Hausarzt über die mögliche Ursache informieren.

Nachbehandlung Zeckenbiss
Ist die Zecke entfernt, sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Wenn der Zeckenrüssel noch in der Wunde steckt, kann man diesen von einem Arzt entfernen lassen. Doch er allein ist in der Regel auch nicht gefährlich.

Schutz vor Zeckenbissen – zahlt die Unfallversicherung?
Das Risiko einer schweren, dauerhaften Schädigung durch Zeckenstiche ist groß. Daher sind die Folgen der gefährlichen Infektionskrankheiten Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) in vielen Unfallversicherungen seit geraumer Zeit mitversichert.

Zecken sitzen häufig im Gras oder Gestrüpp

Zecken mögen ein warmes und feuchtes Klima, deshalb sind sie vor allem im Sommer aktiv. Sie leben vorwiegend an Waldrändern, auf Waldlichtungen und an Bachufern. Zecken lassen sich nicht, wie früher viele glaubten, von Bäumen fallen, sondern sitzen an der Spitze von Gräsern oder Kräutern. Ein schöner Sommerspaziergang durch Wald und Wiesen kann daher schwerwiegende Folgen haben.

Vorsicht! Auch im heimischen Garten können Zecken lauern. Diese Gefahr wird häufig unterschätzt. Zecken leben im Unterholz, in Gebüschen, im hohen Gras und am Boden – Umgebungen, die für viele Gärten typisch sind. Menschen, die häufig im Garten arbeiten, haben deshalb ein höheres Risiko, gestochen zu werden.

Häufig sitzen Zecken im Gras oder niedrigen Gestrüpp, wo sie Menschen und Tieren auflauern. Einen potentiellen „Blutspender“ identifizieren die Spinnentiere mit feinen Tasthaaren an den Vorderbeinen, denn Augen besitzen viele Arten nicht. Ihr Opfer erkennt die Zecke am Geruch, der Körperwärme und am ausgeatmeten Kohlendioxid. Streift der Wirt die Zecke, greift sie mit den Krallen blitzschnell in die Haut, wo sie sich festhält. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen verschafft sie sich Zugang zu den Adern und saugt mit dem langen Stechrüssel das Blut.

In der Regel reicht eine Berührung von wenigen Sekundenbruchteilen, damit der Parasit sein Opfer befallen kann. Bis zu 15 Tage kann sich eine Zecke mit ihrem Rüssel am Menschen festsaugen. Ist sie voll Blut gepumpt, lässt sie sich vom Wirt abfallen. Manche Arten können bis zu 10 Jahre von einer einzigen Blutmahlzeit leben, wie Laborexperimente gezeigt haben.

Wie aber kann man sich vor den unliebsamen Parasiten schützen?
Wer im Wald oder auf Wiesen unterwegs ist, sollte lange Hosen tragen und am besten die Hosenbeine in die Strümpfe stecken. Bestimmte icaridinhaltigen Insektenschutz-Produkte schützen ebenfalls vor den Plagen – ob der Wirkstoff enthalten ist, erfährt man auf der Verpackung. Ein solcher Insektenschutz wirkt aber maximal zwei Stunden und muss folglich regelmäßig erneuert werden. Nach einem Ausflug empfiehlt es sich, Körper und Kleidung nach Zecken abzusuchen. Eine falsche Annahme ist es hingegen, dass sich Zecken von Bäumen aus auf ihre Opfer fallen lassen – höher als 1,50 Meter können sie nicht klettern.

Hausmittel gegen Zecken – Geschlossene Schuhe und lange Hosen bieten bei Spaziergängen durch Wald und Wiesen einen ersten Schutz vor Zecken, die sich vorwiegend in Gräsern und Büschen aufhalten. Anti-Mückenspray sorgt für zusätzlichen Schutz. Nach der Rückkehr sollten Sie Ihre Kleider wechseln, duschen und den Körper nach Zecken absuchen. Überprüfen Sie dabei vor allem Knie- und Achselhöhlen, Bauchnabel und Genitalbereich. Denn Zecken lieben es feuchtwarm und sitzen deshalb häufig in Hautfalten.

Tipps zur Vorbeugung:

  • Geschlossene Kleidung schützt vor Zeckenbissen.
  • Unbedeckte Körperstellen mit zur Zeckenabwehr geeigneten Repellents (Lotion, Spray, Pumpspray, Stick) einreiben.
  • Auf Waldwegen ist die Gefahr geringer als beim Streifen durchs Gebüsch.
  • Nach dem Aufenthalt in der freien Natur Körper nach Zecken absuchen (bevorzugte Köperregionen: solche mit dünner Haut; Achselhöhlen, Geschlechtsteile, Oberschenkel).
  • Beim Entfernen einer Zecke sollte man folgendes Vorgehen beachten: – die Zecke dicht über der Haut packen – die Zecke nicht drehen oder quetschen – die Zecke nicht mit Öl oder Alkohol beträufeln – die Zecke gerade nach oben herausziehen

Vom Frühjahr bis zum Spätherbst sind sie wieder aktiv: Zecken.
Auch der Klimawandel hat Auswirkungen auf das Verhalten der Zecken. Wegen der häufig milden Winter sind die Spinnentiere vielerorts inzwischen fast ganzjährig aktiv. Erst ab einer Temperatur von unter sieben Grad fallen sie in Winterschlaf. Fehlende Frosttage sorgen dafür, dass die Eier unbeschadet überleben und die Populationen zunehmen.

Die klimatischen Veränderungen sorgen außerdem dafür, dass Zeckenarten bei uns heimisch werden, die es bisher in Mitteleuropa nicht gab. Diese neuen Arten übertragen Krankheiten, die bislang nicht oder nur selten bei uns aufgetreten sind. Ein Beispiel dafür ist die Auwaldzecke. Diese neue gefährliche Art breitet sich derzeit in Deutschland aus. Analysen haben ergeben, dass sie sibirischen Flecktyphus übertragen kann. Knapp die Hälfte der untersuchten Tiere trug die Erreger in sich.

Zecken – Gefährliche Blutsauger

Zecken Infoblatt © Fotolia.com

Zecken Infoblatt © Fotolia.com

Vielerorts warten die ungebetenen Blutsauger bereits auf ihre Opfer. Die Zecke ist ein Parasit, der sich vom Blut seiner Wirte ernährt. Zecken haben sich in ganz Deutschland ausgebreitet und können gefährliche Krankheiten übertragen. Besonders berüchtigt ist die Meningoenzephalitis, eine Hirnhautentzündung, die unbehandelt zum Tod führen kann. Auch die Borreliose wird von Zecken weitergegeben. Bei dieser bakteriellen Erkrankung treten häufig Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen auf. Der Blutsauger ist zwar schnell entfernt, doch es bleibt die Ungewissheit, ob eine Infektion stattgefunden hat. Denn Zecken können Mikroorganismen übertragen, die zum Teil gefährliche Krankheiten auslösen.

Prophylaxe durch die sogenannte Zeckenimpfung ?
Diese Impfung schützt jedoch nur gegen die eher seltene FSME und nicht gegen die weitaus häufigere Borreliose! Insbesondere die Borreliose ist in Mitteleuropa stark verbreitet. Seltener, allerdings im Krankheitsverlauf schwerwiegender, ist die so genannte FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Eine vorbeugende Schutzimpfung gegen die Borreliose gibt es gegenwärtig leider nicht. Allerdings kann die Borreliose in der frühen Phase sehr gut mit Antibiotika behandelt werden. Deshalb ist eine schnellstmögliche Untersuchung auf Borrelien besonders wichtig.

Am einfachsten gelingt der direkte Borreliennachweis aus einer entfernten Zecke. Dazu sollte die Zecke vollständig in einem geschlossenen Gefäß mit einem Tropfen Wasser versendet werden. Der Vorteil dieser Methode: Liegt ein negativer Befund vor, ist keine Antibiotika-Therapie notwendig. Insbesondere Kinder können so vor unnötiger Antibiotika-Gabe geschützt werden. Erst nach etwa drei bis vier Wochen können Borrelien auch direkt im Blut nachgewiesen werden.

Jährlich treten in Deutschland ca. 50.000 Borrelieninfektionen auf, die allerdings glücklicherweise überwiegend harmlos verlaufen. Je nach Region sind bis zu 70 Prozent der Zecken mit dem Erreger Borrelia burgdorferi infiziert. Was die gefährliche FSME betrifft, zählen unter anderem beliebte Reiseziele wie Süddeutsch land, Österreich und die Schweiz zu den Risikogebieten. Aufgrund der für die Zecken günstigen Klimaerwärmung weiten sich diese Risikogebiete seit Jahren kontinuierlich aus.

FSME-Impfung schützt ?

Gegen die Erreger der FSME kann man sich durch Impfung schützen. Diese muss regelmäßig alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Labordiagnostische Tests geben Aufschluss darüber, ob Ihr Impfschutz noch besteht und wann eine Auffrischung erforderlich ist. Für Personen, die sich häufig in der freien Natur aufhalten, insbesondere in einem Risikogebiet, wird diese Schutzimpfung dringend empfohlen.

Borreliose

Bei der Borreliose treten an verschiedenen Stellen des Körpers Symptome auf. Schwere Krankheitsfälle verlaufen in drei zeitlich oft stark verzögerten Stadien:

  • Im frühen Stadium können grippeähnliche Symptome auftreten.
  • Zudem kann um die Stichstelle – aber auch an anderen Stellen des Körpers – eine ringförmige Hautrötung entstehen (Wanderröte, Erythema migrans, drei bis 30 Tage nach Stich).
  • Einige Wochen bis Monate nach der Infektion können Nerven- und Gelenkschmerzen, Lähmungen und zum Teil auch Herzerkrankungen auftreten.

Nach Jahren sind Spätfolgen wie Arthritis und andere Gelenkveränderungen, Entzündungen des Gehirns und chronische Hautveränderungen möglich.

FSME

Zecken Warnschild © Fotolia.com

Zecken Warnschild © Fotolia.com

Das Krankheitsbild der FSME reicht von einer harmlosen Infektion mit grippeähnlichen Symptomen, wie Kopf- und Rückenschmerzen, bis hin zu schwersten Verläufen, die in sehr seltenen Fällen auch tödlich enden. Gefürchtet ist die FSME, weil bei etwa zehn Prozent der Infizierten eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung auftreten kann, die langfristig mit Nervenschäden und starken Kopfschmerzen einhergeht.

Die kleinen Spinnentiere sind extrem widerstandsfähig. Sie können mehrere Jahre ohne Nahrung auskommen und überleben sogar einen Vollwaschgang. Ein amerikanischer Forscher setzte Zecken verschiedenen Waschgängen aus. Das erschreckende Ergebnis: Ein Teil der Tiere überlebte sogar den Kochwaschgang. Nur die Behandlung im Wäschetrockner tötete alle Tiere. Das bedeutet, dass ein Zeckenstich auch noch einige Tage nach einem Waldspaziergang erfolgen kann, wenn Sie die Tiere unbemerkt mit der Kleidung nach Hause getragen haben.

Empfehlung: Direktnachweis der Erreger in der Zecke

  • Borrelien
  • FSME-Virus (im Risikogebiet)

Nachweis im menschlichen Blut

  • Borreliennachweis: Untersuchung des Bluts auf entsprechende Antikörper (drei bis vier Wochen nach dem Zeckenstich).
  • FSME-Nachweis: Untersuchung des Bluts auf entsprechende Antikörper (ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich).

FSME-Impfkontrolle

  • Überprüfung des FSME-Impfschutzes. Der Test sollte drei bis fünf Jahre nach der letzten Impfung vorgenommen werden.
  • Benötigt: Für Direktnachweis: die Zecke. Für Antikörpernachweis und Impfkontrolle: eine Blutprobe.
  • Stichwort für ihr Arztgespräch: Zecke, Borreliose, FSME, FSME-Impfkontrolle.

(M. Muffin) (SH) (VB)