Ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll für junge Leute?

27. Mrz 2013 | Familie & Freizeit

Seit Jahren werden junge Menschen vermehrt auf die Wichtigkeit einer privaten Rentenversicherung hingewiesen. In verschiedenen Medien wird immer wieder erwähnt, dass eine solche zusätzliche Versicherung erforderlich ist und abgeschlossen werden sollte.

kind-teich-pflegefall © Fotolia.com

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Als Grund dafür kann der demographische Wandel angeführt werden. Die Menschen in Deutschland werden immer älter, sodass das gesetzliche Rentensystem langfristig nicht mehr tragbar ist. Neben der Wichtigkeit der privaten Rentenvorsorge ist jedoch noch eine weitere Zusatzversicherung in der heutigen Zeit enorm wichtig, die Pflegezusatzversicherung.

Es kann beobachtet werden, dass die Anzahl der Pflegefälle in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Der Grund dafür ist, dass die Menschen immer älter werden und deswegen natürlich auch anfällig für die Pflegebedürftigkeit sind. Aber auch ein Herzinfarkt reist viele Menschen aus dem Leben denn auf einmal sind diese pflegebedürftig.

Aus diesem Grund sollte schon möglichst früh eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden. Das Thema „Pflege“ wird jedoch vor allem von vielen jungen Menschen belächelt. Die meisten jungen Leute sind der Meinung, dass dieses Thema sie nicht betrifft, da sie sehr jung sind. Wer so denkt bzw. argumentiert, geht jedoch ein sehr großes Risiko ein. Statistiken zeigen, dass auch junge Menschen schnell zum Pflegefall werden können. In diesen Fällen ist eine private Pflegezusatzversicherung die finanzielle Absicherung.

Junge Leute sollten sich mit einer privaten Pflegeversicherung absichern

Junge Menschen sind oft der Meinung: "Das Thema Pflegebedürftigkeit betrifft mich nicht". Zweifelsfrei sind in der heutigen Zeit vor allem ältere Menschen von der Pflegebedürftigkeit betroffen. Dennoch kann auch ein junger Mensch schnell pflegebedürftig werden!

Es reicht schon ein einfacher Zeckenbiss, um zum Pflegefall zu werden, aber auch Infektionen die sich junge Menschen im Krankenhaus einfangen können, führen unter Umständen zur Pflegebedürftigkeit.

Weiterhin können tragische Unfälle, zur Pflegebedürftigkeit führen. Zum Beispiel spielen die Kinder bei einer Geburtstagsfeier und auf einmal wird es ruhig. Ein Kind ist ins Wasser gefallen und muss wiederbelebt werden, aber zurück geblieben sind Hirnschäden. Gut ist wenn man hier Unfallversicherung oder eine Pflegezusatzversicherung hat die für Folgekosten aufkommt.

Diese Fälle können dazu führen, dass auch junge Menschen zum Pflegefall werden. Für die Eltern beginnt in solchen Fällen ein schwerer Lebensabschnitt. Neben den seelischen Schmerzen die bis zur Zerstörung einer Familie reichen können, treten aber auch finanzielle Probleme auf, für solche Fälle sollte eine private Pflegeversicherung abgeschlossen werden.

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nämlich nur einen Bruchteil der anfallenden Pflegekosten. Die gesetzliche Pflegeversicherung war von Beginn an lediglich dazu gedacht, als Teilversicherung zu fungieren. Wird ein junger Mensch zu einem Pflegefall, so müssen die Eltern für die Kosten aufkommen, sofern der junge Mensch keine eigenen Rücklagen gebildet hat.

Warum ist eine private Pflegezusatzversicherung vor allem für junge Menschen sinnvoll?

Die private Pflegezusatzversicherung oder eine Pflegetagegeldversicherung sichert junge Leute gegen die finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit ab. Der große Vorteil besteht jedoch weiterhin darin, dass junge Menschen geringe Prämien zählen. Diese Tatsache kann darauf zurückgeführt werden, dass junge Menschen natürlich ein geringeres Risiko als ältere Menschen haben, pflegebedürftig zu werden. Die Prämien bleiben bei den meisten Versicherungen ein Leben lang konstant, sodass junge Leute auch im Alter von günstigen Prämien der privaten Pflegeversicherung profitieren.

Pflegezusatzversicherung – Vorsorge für den Pflegefall!
Wenn Menschen zum Pflegefall werden, bedeutet dies auch ein finanzielles Risiko für die Angehörigen. Aus diesem Grund ist der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung zu empfehlen. Aktuell sind circa 2,6 Millionen Menschen in Deutschland auf fremde Hilfe angewiesen. Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte aber in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Grund ist die Alterung der Bevölkerung, haben doch Senioren ein weit höheres Risiko, zum Pflegefall zu werden.

Pflege aber ist teuer. Diesbezüglich reicht es keineswegs, sich selbst ein bisschen Geld für den Fall der Fälle zurückzulegen. Trotz Zahlungen der gesetzlicher Pflegeversicherung kann sich die Versorgungslücke schnell auf 2.000 Euro im Monat summieren, wie das ZDF-Sendeformat WISO warnt. Bevor das Sozialamt einspringt, werden Ehegatten, Kinder und sogar Enkel zur Kasse gebeten. Wenn die Pflegebedürftigkeit über Jahre andauert, sitzt die Familie schnell in der Schuldenfalle.

Deshalb ist eine private Pflegezusatzversicherung unbedingt zu empfehlen. Folgende Modelle bieten sich dem Kunden an:

  • Bei der Pflegetagegeldversicherung erhält der Versicherte täglich einen vorher vereinbarten Betrag, der ihm frei zur Verfügung steht.
  • Die Pflegerentenversicherung ist eine Art Kombination aus Sparvertrag und Versicherung. Im Pflegefall zahlt der Versicherer eine monatliche Rente, die dem Versicherten zur freien Verfügung steht.
  • Die Pflegekostenversicherung übernimmt die Mehrkosten für eine professionelle Betreuung, wenn die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichend sind. Weil hier das Geld nicht frei verfügbar ist und jede Leistung genauestens dokumentiert werden muss, ist diese Police am wenigsten zu empfehlen.

Ratsam ist der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung bereits in jungen Jahren, und das aus mehreren Gründen. Erstens schützt ein junges Alter nicht vor Pflegebedürftigkeit, auch wenn das Risiko deutlich geringer ist als bei Senioren. Zweitens führen Vorerkrankungen und ein höheres Alter zu einer deutlichen Verteuerung des Versicherungsschutzes. Auch der Staat setzt Anreize, sich abzusichern: Seit 2013 werden bestimmte Formen der Pflegetagegeldversicherung staatlich gefördert.

Pflegevorsorge – Viele Bürger verlassen sich auf den Staat
Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Art Teilkasko: Die anfallenden Pflegekosten lassen sich damit nicht komplett auffangen, wenn ein Pflegefall in der Familie auftritt. Dennoch vertraut eine Mehrheit der Bundesbürger beim Thema Pflege auf den Staat und sichert sich nicht zusätzlich privat ab, wie eine aktuelle Umfrage von forsa im Auftrag eines großen deutschen Versicherers ergab.

Gesetzliche Pflegeversicherung
Zwar gibt es bekanntlich auch die gesetzliche Pflegeversicherung – sie wurde vor 20 Jahren am 11. März 1994 durch den damaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) eingeführt. Aber diese deckt im Pflegefall nur einen Bruchteil der Kosten ab. Je nach Pflegestufe kann eine Deckungslücke entstehen, wenn eine Person stationär im Pflegeheim betreut werden muss. Reicht das Geld des Pflegebedürftigen nicht aus, können die Kinder zur Kasse gebeten werden.

Über zweieinhalb Millionen Bundesbürger brauchen Pflege, weil sie dauerhaft krank oder dement sind, Tendenz stark steigend. Für die Angehörigen bedeutet dies eine starke Belastung: physisch, psychisch und finanziell. Sie müssen den Patienten Schuhe ankleiden, das Essen reichen, ihn waschen und pflegen. Immerhin 1,7 Millionen Pflegebedürftige werden rund um die Uhr von ihren Angehörigen zuhause betreut. Die Rente reicht oft nicht aus, um die anfallenden Kosten zu decken.

Es droht eine Pflegelücke

Auch die gesetzliche Pflegeversicherung erbringt nur einen Teilschutz. Die Stiftung Warentest hat 2015 errechnet, dass -abhängig von der Pflegestufe- eine Finanzierungslücke zwischen 540 und 2.000 Euro im Monat entstehen kann, wenn ein Pflegefall in der Familie auftritt. Wer das Geld nicht aus eigenem Vermögen oder von seinen Ersparnissen zuschießen kann, sieht sich schnell in der Armutsfalle. Über 440.000 Pflegebedürftige sind bereits auf Sozialhilfe angewiesen.

Umso verwunderlicher ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag einer Versicherung. Auf die Frage, wer für die Pflegekosten im Ernstfall aufkommt, nannte die große Mehrheit der Bundesbürger die gesetzliche Pflegeversicherung (80 Prozent). 69 Prozent glauben, dass die private Pflegeversicherung in einem solchen Fall herangezogen werden kann, 62 Prozent nennen das eigene Vermögen und 61 Prozent die Krankenversicherung. Auch das Sozialamt (55 Prozent) und die gesetzliche Rentenversicherung (52 Prozent) werden als Absicherung genannt.

Mit einer privaten Pflegezusatzversicherung hatten allerdings zusätzlich nur 32 Prozent der befragten Bundesbürger vorgesorgt. Etwa jeder Dritte verfügt also über einen solchen Schutz, der Rest steht ohne zusätzliche Absicherung da. Auch wenn das Thema Pflege bei den Bürgern angekommen ist, glauben immer noch viele, der Staat wird im Ernstfall schon zahlen. Und das ist ein gefährlicher Irrglaube!

Förderung der privaten Pflegevorsorge

Die staatliche Förderung privater Pflege-Vorsorge soll die Menschen zukünftig dabei unterstützen, eigenverantwortlich für das Pflegerisiko vorzusorgen. Vorbild für diesen Zusatzschutz ist die Riester-Rente. Nach den jetzigen Plänen können Bundesbürger erstmals ab dem 01. Januar 2013 mit einer Förderung rechnen. Das Gesundheitsministerium rechnet mit jährlichen Mehraufwendungen aus dem Bundeshaushalt von rund 100 Millionen Euro. Details der Reform sind jedoch noch nicht beschlossen. Derzeit streitet sich das Bundesgesundheitsministerium mit dem Finanzministerium darüber, ob es nur Steuervorteile für die Versicherten geben soll oder die Versicherungsnehmer auch mit direkten Zuschüssen rechnen können.

Staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung
Es war eines der letzten Reformvorhaben, das die schwarz-gelbe Vorgängerregierung umsetzen konnte: eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung einzuführen, die unabhängig von Alter und Vorerkrankungen beinahe allen Menschen Schutz bietet. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten werden diese Versicherungspolicen auch bei den Bundesbürgern immer öfter nachgefragt.

Neuausrichtung der Pflegeversicherung
Laut „Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung“ (PNG externer Link) darf bei einer Pflege-Bahr-Police kein Antragsteller aufgrund von Vorerkrankungen, Alter oder gesundheitlichen Risiken abgewiesen werden. Nur wer bereits eine Pflegestufe zugesprochen bekam, darf einen solchen Vertrag nicht zeichnen. Diese Regelung hat allerdings auch einen Nachteil: mitunter sind die staatlich geförderten Verträge teurer als andere Pflegeversicherungen, weil die Anbieter keine Risikoeinstufung vornehmen dürfen. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung über den besten Pflegeschutz!

(VB) (Gorono)


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